Über uns

Die St. Martinus Bogenschützen- Gesellschaft Klinkheide 1885 e.V. wurde, wie bereits im Namen erwähnt im Jahre 1885 gegründet. Trotz den Kriegszeiten konnte sich der Verein erneut aufbauen und hat vor ein paar Jahren eine neue Schießanlage bekommen. Es wird mit einer historischen Armbrust auf einen 30 Meter hohen Schießstand geschossen. Das schießen bereitet eine Menge Spaß, ist aber natürlich an eine Saison gebunden, da leider nicht immer die Sonne scheinen kann. Wir sind immer wieder auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Eine Teilnahme ist bereits ab dem 6. Lebensjahr möglich. Weitere Informationen gibt es hier auf unserer Homepage!

Die Vereinschronik

Ein altes Schriftstück unseres Vereines von vor Kriegszeiten

 

Wir blicken zurück auf das Jahr 1885:

Im Frühjahr des Jahres 1885 trafen sich unter der Eisenbahnbrücke in Klinkheide 7 Männer, die beschlossen, ihrer in der Freizeit sehr beliebten Betätigung des Schießens mit Pfeil und Bogen einen festen Rahmen zu geben und somit eine Schützengesellschaft zu gründen.

Schon im Monat Juni 1885 fand die Gründungsversammkung im damaligen Lokal Andreas Frantzen, jetzt Lokal "Zum Backhaus", Schulstraße 18, statt. Noch bis zum heutigen Tage gilt dieses Lokal mit kurzen Unterbrechungen als Vereinslokal.

Als 1. Brudermeister wurde Wilhelm Krumbach und als 2. Brudermeister Wilhelm Fuhren gewählt.

Auch ein Kassierer sowohl Schriftführer wurden gewählt, die uns heute aber nicht mehr namentlich bekannt sind. Zur Gründungsversammlung waren 23 Männer erschienen, die einstimmig in die Gesellschaft aufgenommen wurden.

Als Gründer sind heute noch feststellbar:

  • Wilhelm Krumbach
  • Wilhelm Fuhren
  • Josef Pettenberg
  • Matthias Bremen
  • Franz Bremen
  • Josef Hilgers
  • Jakob Johr
  • Sebastian Göbbels
  • Hubert Rappen

Es wurden Satzungen ausgearbeitet, die heute noch Ihre Geltung haben.

Eine Überarbeitung der Satzung wurde im Laufe der Zeit vorgenommen und dem Verhältnis angepasst.

Im Monat August 1885 wurde erstmals auf dem Schießstand Klinkheide der erste König ausgeschossen. Als erster König der Gesellschaft konnte Josef Hilgers ermittelt werden.

Dem Eifer der Schützen und der Unterstützung innerhalb der Bevölkerung war es zu verdanken, dass bereits ein Jahr nach der Gründung im Jahre 1886 die erste Vereinsfahne unter großer Beteiligung der Einwohner in der Pfarrkirche St. Katharina geweiht wurde. Ein starkes Ehrenkomitee gab dem Festzug das Geleit. Auf einer Abendveranstaltung mit Angehörigen, Festkomitee, Freunden und Gönnern wurde im Vereinslokal das Ereignis gefeiert.

Auch das Königssilber wurde mit Unterstützung der Gesamtbevölkerung angeschafft. Laut Satzung ist der Schütze, der die Königswürde erringt verpflichtet, auf seine kosten eine Plakette mit Jahresschrift dem Königssilber anzuheften. Bei der erstellung der Satzung war ein Klinkheider Bürger, der Drucker Josef Horbach behilflich. Als Grundforderung in den Satzungen ist festgehalten und unumstößlich, dass jedes Jahr im Sommer der Königsvogel mit großer Anteilnahme der Öffentlichkeit ausgeschossen werden soll. Zudem führt die St. Martinus Bogenschützengesellschaft jedes Jahr ein Frühjahrs- und ein Herbstschießen durch.

Das Patronatsfest findet jeweils im November statt, verbunden mit Kirchgang unter Musikbegleitung und Anteilnahme der Öffentlichkeit. Zum Festzug bzw. Kirchgang begleitet St. Martin auf seinem Pferd unseren Verein.

Getreu des alten Wahlspruches aller Schützen "Glaube, Sitte, Heimat" handelten auch die St. Martinus-Schützen. Seit dem Mittelalter waren Schützen schon Beschützer der Heimat, so führten wir diese Tradition fort, um Brauchtum, vor allem religöser Art, zu schützen und fördern. So waren/sind die Martinus Schützen bei kirchlichen Anlässen und Feierlichkeiten führend und haben noch in ihren Satzungen aufgeführt: Begleitung des Allerheiligsten bei der Fronleichnamsprozession, Kinderkommunion, Einführung eines neuen Pfarrers und Besuch vom Bischoff in der Pfarrergemeinde. Ebenfalls beim ableben eines aktiven Schützen ist die Teilnahme aller Schützen in Schützentracht eine selbstverständliche Verpflichtung. Beim ableben eines inaktiven Mitgliedes nimmt eine Deputation der Gesellschaft teil.

Am 17. Juni 1910 fand auf dem Schießstand Klinkheide das 25- Jährige Stiftungsfest mit Musikkapellen, 22 Schützengesellschaften und unter sehr großer Beteiliung der Bevölkerung statt.

Auch die Vereinsdamen zeigten der Gesellschaft durch ein Geschenk und einer Fahnenschleife ihr großes Interesse. Morgens fand ein Kirchgang unter teilnahme der gesamten Kohlscheider Ortsvereine statt. Die Feier fand am Ortskreuz statt. Der ganze Ortsteil, besonders das Ortskreuz waren würdig ausgeschmückt. Der damalige Bürgermeister Josef Lambertz hielt die Festansprache.

Im Jahr 1914 kam das Vereinsleben durch Einberufung zu den Fahnen (zum Militärdienst) im 1. Weltkrieg zum erliegen. Somit fiel die Feier des 30-Jährigen Bestehen aus.

Im Jahre 1924, nach der Stabilisierung der Reichsmark, nahmen wieder mutige Männer das Vereinsleben in der Gesellschaft auf. Neue Holzstangen wurden mit Hilfe der damaligen Gemeinde Kohlscheid aufgestellt. Bogen und Pfeile wurden wieder angeschafft. Die ersten Initiatoren waren Philipp Rosenbaum und Jakob Schultheis.

Bis zu dem politischen Umsturz im Jahre 1933, wo alle Vereine und Gesellschaften unter der Naziherrschaft in Bedrängnis gerieten, ging es im Verein weiter aufwärts. Neben anderen Verplfichtungen wurde verlangt, dass ein Verein oder eine Gesellschaft entweder 51% Parteimitglieder nachweisen musste, oder die Auflösung fällig war. Es gab vorerst keinen freien Sport mehr. Einige Jahre später kam der Befehl einer Partei, dass alle Vereine das Königssilber abgeben sollen. Es sollte angeblich in einem Museum in Monschau aufbewahrt werden. Da wir jedoch von einem uns gut gesonnenen Parteimitglied erfuhren, dass das Königssilber nicht aufbewahrt, sondern eingeschmolzen werden sollte, handelte der damalige erste Vorsitzende sofort und holte das Königssilber aus dem Schrank des seinerzeitigen Vereinslokals Heinrich Wirtz. So wurde alles verpackt und an einem sicheren Ort versteckt. Der Vorsitzende setzte sich damals mit dem Kassierer Peter Pettenberg in Verbindung und verbreitete das Gerücht, dass das Silber gestohlen wurde. Peter Pettenberg machte den Vorschlag, einen Ersatzvogel aus Blei zu gießen und anschließend zu versilbern. Bei der Ablieferung des Silbers beim Bürgermeisters übergaben wir den falschen Vereinsvogelm sowie das falsche Königssilber. Der Vorsitzende wurde danach bezüglich des angeblich gestohlenen Silbers vorgeladen und verhört.

Nach einigen Jahren wurde das Vereinsleben unter dieser Herrschaft schweren Herzens durchgeführt, bis auch im Jahre 1939 durch Ausbruch des 2. Weltkrieges das Vereinsleben zum Erliegen kam. Im 2. Weltkrieg wurde wieder alles an Gold und Silber vom Staat beschlagnahmt. Um der Beschlagnahme zu entgehen, fand das langjährige Mitglied Paul Rappen den Mut, das Königssilber mit Plaketten, vorsichtig zu verpackt, in seinem Garten in einer Gruft zu vergraben. Ihm ist es zu verdanken, dass es heute nioch vorhanden ist.

Der 2. Weltkrieg war zu Ende. Der Vorsitzende Paul Rappen holte die Königsschilder aus dem Versteck heraus. Sie brachten die Schilder wieder in Ordnung; denn viele Jahre hatten das Silber im Scharraum des Hühnerstalles in einer Tiefe von 1/2 Metern gelegen. Heute kann der Verein stolz darauf sein, dass noch alle Königsschilde vorhanden sind.

Ähnlich wie nach dem 1. Weltkrieg wurde das Vereinsleben nach dem 2. Weltkrieg wieder ins Leben gerufen. Es wurde etwas ruhiger mit den Besatzungstruppen und der Vorsitzende stellte fest, dass für die Königsschilder keine Gefahr mehr bestand und hämndigte sie dem Verein 1947 wieder aus. Somit nahm das Vereinsleben bei den St. Martinus Bogenschützen wieder seinen normalen Lauf. Im Jahre 1960 schenkten die Damen der Gesellschaft dem Verein aus Anlaß des 75-jährigen Bestehens eine neue Fahne, auf der das Patronatsbild der Gesellschaft dargestellt is

Unsere Vereinsfahne, die heute immernoch in Benutzung ist.

 

Kurze Zeit später gründete man im Vereinslokal Bülles-Moers (ehemalig das Lokal Andreas Frantzen, heute "Zum Backhaus", Schulstraße 18) die internationale Vereinigung, der 10 Gesellschaften angeschlossen waren. Aufgrund dieses Zusammenschlußes wurden Satzungen ausgearbeitet, in denen u.a. Verankert ist, dass jedes Jahr ein Grenzlandkönig ausgeschossen wird. Der 1. Vorsitzende dieser internationalen Vereinigung war Jakob Schultheis aus Klinkheide, sein stellvertreter Franz Walraven aus Haanrade. Erster Schriftführer war Adolf Kuckelkorn aus Vetschau. Der internationale Verband führt ebenfalls Jährlich ein Frühjars- und Herbstschießen in vorbildlicher Kameradschaft durch. Im Jahre 1987 kam es dann zu Unstimmigkeiten mit dem Internationalen Verband. Um einem Ausschluss vorzubeugen, beschloss man, sich selbst abzumelden.

Durch die Gesellschaft ausgerichtete Veranstaltungen im internationalen Verband:

  • 1967 Ausrichtung Grenzlandkönig- und -Prinzenschießen
  • 1977 Ausrichtung Grenzlandkönig- und -Prinzenschießen
  • 1978 Ausrichtung Grenzlandkönig- und -Prinzenschießen
  • 1979 Ausrichtung Grenzlandkönig- und -Prinzenschießen

 

Die St. Martinus Bogenschützen im Jahr 1985

 

1987 wurde, um das Gewicht des Königssilbers zu erleichtern, beschlossen, das Plaketten von nicht mehr in der Gesellschaft befindlichen Königen, abgenommen und in einer Vitrine im Schützenhaus aufbewahrt werden.

Da die Schützen im Dorfleben Klinkheide aktiv waren, trat man 1991 zum „ Verein zur Wiederherstellung des Ortskreuzes“ ein.

1992 wurde der Gönner Günter Meier für seine Arbeit für die Schützen zum Ehrenmitglied ernannt. Günter Meier bedankte sich mit dem Martinsbild, welches den Brand der Hütte im Jahr 1999 überlebt hat und heute in der neuen Schützenhütte über dem Eingang hängt.

Am 23.07.1994 verstarb der langjährige Vorsitzende Klaus Kerstges. Sein Nachfolger wurde Rainer Vos.

1995 konnte man unter großem Anteil der Klinkheider Bevölkerung und der Ortsvereine, bei strahlendem Sonnenschein, das 110 jährige Bestehen feiern.

Unsere alte Kippstange wurde im Jahr 1995 erbaut. In diesem Jahr fällt auch der Tod des 2. Vorsitzenden Fritz Sensen. Leider musste Rainer Vos aus Gesundheitsgründen 1997 sein Amt als 1. Vorsitzender abgeben, Paul Harzon übernahm den Vorsitz, Rolf Kuckelkorn wurde sein Stellvertreter.

 

In der Nacht nach dem Königsvogelschuss, am 17.06.1999, wurde die alte Martinus Hütte ein Raub der Flammen. Man war zutiefst geschockt, begann dann aber jedoch relativ zügig mit dem Bau der neuen Hütte. Zahlreiche Vereine und Gönner spendeten Geld und Material, oder packten selbst mit an. Durch persönliche Gespräche mit Rolf Kuckelkorn und Robert Dietrich, konnte Dipl. Ing Heinz Josef Bischoff gewonnen werden, die neue Hütte zu planen und auch als Bauleitung zu arbeiten.

Durch persönliche Kontakte des Planers zu verschiedenen Firmen, so zum Beispiel Prümmer Holzbau, Brauerei Bitburg, Schreinerei Hilgers, Bauunternehmung Finders und andere, wurde uns große Unterstützung zum Wiederaufbau gegeben. Es muss aber erwähnt werden, das die gesamten Arbeiten in Eigenleistung erfolgten. Ein zünftiges Richtfest wurde Anfang 2000 gefeiert. Die Einweihung der neuen Hütte erfolgte im Herbst 2000.

Am 16.02 2001 trat Paul Harzon aus persönlichen Gründen vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Sein Nachfolger wurde Rolf Kuckelkorn, sein Stellvertreter Josef Roth. Kaspar Fischer, 30 Jahre lang der Hauptmann der Gesellschaft, musste leider sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Im Jahre 2004 wurde eine Drehbank angeschafft. Jeder Schütze kann nun, wenn er die Technik beherrscht, seine Bolzen selber herstellen.

Die neuen Toilettenanlagen (die den Brand überstanden) wurden dann 2005 in Angriff genommen und 2006 fertig gestellt. In dieses Jahr fällt auch die Sperrung der Schießanlage durch die Polizei. Hier mussten nun verschiedene Sicherungsarbeiten zum Schutze der Anlieger der Schießanlage durchgeführt werden. So wurde unter anderem ein Fangkäfig erstellt. So konnte dann der Königsvogelschuss 2006 auf der jetzt gesicherten Anlage durchgeführt werden. Im Anschluss an den Königsvogelschuss trat Rolf Kuckelkorn dann aus persönlichen Gründen zurück. Zu seinem Nachfolger als 1. Brudermeister wurde Heinz-Josef Bischoff gewählt, Stellvertreter wurde Wilfried Schwarz.

Im Jahre 2009 sind wir erneut in die Internationale Vereinigung der Armbrustschützen eingetreten. Ein Jahr später, am 14.-16. Mai fand das 125-jährige Bestehen statt. Freitags wurde das Fest mit einem Fackelumzug und einer Kranzniederlegung mit großem Zapfenstreich eröffnet. Am Samstag und Sonntag gab es Schießwettkämpfe mit anschließender Siegerehrung.

Im Jahr 2012 legte Wilfried Schwartz sein Amt als 2. Brudermeister nieder. Als stellvetreter wurde Robert Hamann gewählt. Durch die Hilfe mehrerer Schützenmitglieder wurde im Frühjahr 2013 eine neue Stange montiert, welche einen elektrischen Korb besitzt. Der Königsvogelschuss fand im Sommer 2013 wie gewohnt statt.

 

Im Januar 2015 legte der langjährige 1. Brudermeister Heinz-Josef Bischoff das Amt wegen gesundheitlichen Gründen nieder und verstarb kurze Zeit später. Auch Robert Hamann legte das Amt aus persönlichen Gründen als 2. Brudermeister nieder. Den 1. Brudermeister hat Franz-Josef Kemp übernommen, zum stellvertreter wurde Robert Dietrich gewählt. Im Frühjahr fand das 130-jährige Bestehen auf unserer Schützenwiese statt, wo auch sämtliche befreundete Vereine gekommen sind. Es fanden Wettkampfschießen statt.


 

Diese Chronik gibt Zeugnis von dem auf und ab der St. Martinus Bogenschützengesellschaft, von frohen Ereignissen und schweren Zeiten. Immer aber war es die Kameradschaft und die Treue zur Idee der Schützen, die alles überstehen ließen. Daher ist diese Chronik wohl wert, für zukünftige Zeiten erhalten zu bleiben. Leider kann es sein, dass das ein oder andere Jahr nicht beschrieben ist, da nicht mehr alle Dokumente existieren.